Digitaler Wandel in der Kommunalverwaltung Rüsselsheim

Digitaler Wandel in der Kommunalverwaltung Rüsselsheim: Die strategische Einführung des CIO-Postens im Fokus

Digitaler Wandel in der Kommunalverwaltung Rüsselsheim: Die strategische Einführung des CIO-Postens im Fokus

Frage zur Implementierung in der Kommune: Wie planen Sie, die Rolle des CIO (Chief Information Officer) in Ihrer Kommune konkret zu implementieren? Welche ersten Schritte sind dafür vorgesehen?

Antwort, OB Burghardt: Der Leiter des bisherigen Fachbereichs IT, Reimar Engelhardt, wird die Rolle des CIO mit zusätzlichen Aufgaben übernehmen. Dazu zählen im ersten Schritt unter anderem die weitere Umsetzung des Online-Zugangsgesetzes (OZG), die Digitalisierung interner Verwaltungsprozesse, der Schulen, Kindertagesstätten und der Ausbau der Glasfaserversorgung in Rüsselsheim.

Oberbürgermeister Patrick Burghardt Rüsselsheim am Main
Oberbürgermeister Patrick Burghardt Rüsselsheim am Main

Frage zur Integration in bestehende Strukturen: Wie wird die Rolle des CIO in die bestehenden Strukturen der Stadtverwaltung und kommunalen Betriebe eingebettet?

Antwort, OB Burghardt: Sie wird als Querschnittbereich in die bestehenden Strukturen des Fachbereichs IT eingebettet, die die bisherigen Digitalisierungsansprechpartner in den weiteren Fachbereichen stärker einbinden, unterstützen und verzahnen wird. Die deutliche Aufgabenerweiterung wird sich auch in einem neuen Namen für die Organisationseinheit widerspiegeln: „Digitale Transformation und IT“. Sie wird Ansprechpartner für die digitale Stadtverwaltung und die kommunalen Betriebe sein.

Der CIO wird die gut aufgestellte Verwaltungsorganisation sowie alle Ämter und Fachbereiche einbeziehen. Denn neben IT-Fachwissen ist ein CIO vor allem auch Kommunikator.


Frage zur politischen Einbindung: Wie gedenken Sie, die lokale Politik, insbesondere die Träger der Budgethoheit, in den Prozess der Digitalisierung und der Einrichtung des CIO-Postens einzubinden?

Antwort, OB Burghardt: Die organisatorischen Entscheidungen treffe ich als Oberbürgermeister und Personaldezernent. Über die Prozesse und Veränderungen werden wir im Arbeitskreis Digitales regelmäßig berichten und so auch die Stadtverordnetenversammlung in die weiteren Prozesse einbinden.


Frage zu Budget und Ressourcen: Welche finanziellen und personellen Ressourcen planen Sie für die Einrichtung und Unterstützung der CIO-Position in Ihrer Verwaltung?

Antwort, OB Burghardt: Das Budget wird Teil der Haushalts 2024 sein, den wir noch einbringen. Für 2024 ist keine wesentliche Erhöhung vorgesehen.


Frage: Strategische Ziele: Welche langfristigen strategischen Ziele verfolgen Sie mit der Einführung eines CIOs in Ihrer Kommune?

Antwort, OB Burghardt: In erster Linie ist das strategische Ziel, einen zentralen Anlaufpunkt für die Digitalisierung zu haben. Der CIO ist eine Person, die nach innen für die Beschäftigten klar ansprechbar ist und nach außen für Dienstleister und Fachverfahrenshersteller. Beim CIO laufen die Fäden zusammen, und er steuert alle Fragen rund um das Thema Digitalisierung.


Frage: Herausforderungen und Lösungsansätze: Welche spezifischen Herausforderungen erwarten Sie bei der Umsetzung dieses Plans und wie planen Sie, diese zu adressieren?

Antwort, OB Burghardt: Es gibt viele Projekte, die in den einzelnen Fachbereichen laufen und die divers sind. Diese gilt es, zu bündeln und zu kanalisieren. Eine der größten Herausforderungen ist, die Vorteile zu erläutern, Beschäftigten bei der Digitalisierung mitzunehmen und Fortbildungen anzubieten. Nur so kann es gelingen, IT in der Dienstleitung effektiv einzusetzen und den Bürgerinnen und Bürgern, die ich als Kundinnen und Kunden begreife, einen digitalen Service zu bieten.


Frage: Vergleich mit Privatsektor: Inwiefern orientieren Sie sich bei der Implementierung des CIOs an Vorbildern aus dem Privatsektor? Wo sehen Sie Unterschiede oder Anpassungsbedarf?

Antwort, OB Burghardt: Ich bin ein Freund des gemeinsamen Austauschs und habe mich damit auseinandergesetzt, wie der private Sektor CIO implementiert hat. Kommunen können vom Privatsektor lernen, aber auch umgekehrt. Denn Verwaltungen sind nicht so wenig innovativ, wie viele glauben.


Frage: Zusammenarbeit mit anderen Behörden: Wie planen Sie, die Rolle des CIO in Ihrer Kommune mit ähnlichen Positionen in anderen Behörden oder auf Landesebene zu vernetzen und zu koordinieren?

Antwort, OB Burghardt: Der Austausch mit anderen Behörden hat bisher schon stattgefunden und wird intensiv fortgeführt. Im Bereich der Interkommunalen Zusammenarbeit gibt es einige Schnittpunkte, sodass wir mit Nachbarkommunen im Gespräch sind. Der Austausch mit der Landesregierung ist ebenso wichtig, wegen des gemeinsamen Dienstleisters ekom21 aber auch wegen Fragen der IT-Sicherheit. Da ist eine breit aufgestellte Kommunikation wichtig.


Frage zur Messung des Erfolgs: Mit welchen Kriterien und Methoden beabsichtigen Sie, den Erfolg des CIOs in Bezug auf die Digitalisierung der Verwaltung zu messen?

Antwort, OB Burghardt: Zum einen wird die Anzahl der umgesetzten Prozesse im Arbeitsablauf der Mitarbeitenden ein Kriterium sein. Zum anderen kommt ein Benchmark hinzu, für welche zusätzlichen Dienstleistungen Kundinnen und Kunden auf die Stadt digital zugehen können.


Frage zur Einbeziehung der Öffentlichkeit: Wie planen Sie, die Öffentlichkeit und die Nutzer der kommunalen Dienste in den Prozess der Digitalisierung und die Arbeit des CIOs einzubeziehen?

Antwort, OB Burghardt: Wir werden regelmäßig dazu kommunizieren, welche neuen Prozesse und Dienstleistungen verfügbar sind.


Frage zur langfristigen Vision: Wie passt die Rolle des CIO in Ihre langfristige Vision für die Digitalisierung der Stadtverwaltung und kommunalen Betriebe?

Antwort, OB Burghardt: Die Vision ist eine automatisierte, oder zumindest in Teilen eine vollautomatisierte Verwaltung, mit digitalen Zugängen. Dies hat der CIO federführend in der Hand und soll dies sowohl für die Stadtverwaltung als auch für die kommunalen Betriebe umsetzen.


Frage zur Rolle der generativen KI: In welcher Weise planen Sie, generative KI-Technologien in die Digitalisierungsstrategie Ihrer Kommune zu integrieren? Welche Potenziale und Herausforderungen sehen Sie dabei speziell für den öffentlichen Sektor?

Antwort, OB Burghardt: Softwaregestützte Automatisierungslösungen werden auch in der Stadtverwaltung eine große Rolle einnehmen. So ist die Einführung von „EMMA“ für die Bearbeitung von Wohngeld-Anträgen geplant. Dies wird Prozesse vereinfachen und Entlastung bringen. Wichtig ist, dass dadurch keine Arbeitsplätze eingespart werden. Der Einsatz der KI hilft vielmehr, Arbeitsabläufe zu optimieren, um die hohen Anforderungen umzusetzen und zusätzliche Aufgaben leisten zu können.

Eine generative KI wie zum Beispiel ChatGPT wird ebenfalls eine Rolle spielen. Selbst wenn eine KI Ideen für Texte gibt, passen die Nutzenden immer noch an und übernehmen die Verantwortung, wenn sie vorgeschlagene Elemente verwenden. Die Entscheidung trifft also immer noch der Mensch.


Anmerkung zum Fragenkatalog

Wir haben Oberbürgermeister Patrick Burghardt gefragt, wie er seine Erfahrungen und Erkenntnisse aus seiner vorherigen Position als Staatssekretär im hessischen Digitalministerium und CIO des Landes Hessen konkret in Bezug auf die Digitalisierung in Rüsselsheim auf der kommunalen Ebene umsetzen möchte.

Dazu haben wir dem Verwaltungschef einen Fragenkatalog vorgelegt, der nunmehr in einem ausführlichen Gespräch im Rathaus beantwortet wurde.


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Achim Weidner ist ein zertifizierter Social Media Manager (IHK) und Absolvent des Zertifizierungsprogramms „Rechtliche Aspekte der IT- und Internet-Compliance“ an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Dieses Programm ist angesiedelt in der Fakultät für Informatik, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften und deckt folgende Bereiche ab: Datenschutz, Datensicherheit, Internetrecht sowie Computer- und Internetstrafrecht, ergänzt durch den Aspekt der technischen Datensicherheit.