Über Weltwissen, Fachwissen und menschlicher Verantwortung

Die effektive Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) im Unternehmen scheitert oft an der Vermischung von allgemeiner Sprachlogik und spezifischen Fakten. Um belastbare Ergebnisse mit einer minimierten Halluzinationsrate zu erzielen, müssen Unternehmen zwischen drei Ebenen differenzieren: Weltwissen, Fachwissen und menschliche Validierung.

KI-Einsatz im Unternehmen - Das 3-Ebenen-Modell für Verlässlichkeit
KI-Einsatz im Unternehmen – Das 3-Ebenen-Modell für Verlässlichkeit

1. Weltwissen: Das Fundament der Kommunikation

Large Language Models (LLMs) wie GPT oder Claude, besitzen ein enormes „Weltwissen“. Sie beherrschen Grammatik, Logik und allgemeine Zusammenhänge. Dieses Wissen ist jedoch statisch und unterliegt einem „Knowledge Cut-off“. Ein Knowledge Cut-off (Wissensstichtag) bezeichnet in der Welt der Künstlichen Intelligenz den Zeitpunkt, bis zu dem ein Modell mit Daten trainiert wurde. Es dient als Sprachmotor, nicht als aktuelle Faktenquelle.

2. Fachwissen: Die Hoheit über die Daten

Spezifisches Fachwissen gehört nicht in das Training eines Modells, sondern in eine externe Datenbasis. Die Methode Retrieval-Augmented Generation (RAG) korrigiert die Schwächen reiner LLMs:

  • Präzision: Die KI greift gezielt auf interne Dokumente, Datenbanken oder Handbücher zu.
  • Aktualität: Informationen bleiben ohne teures Nachtrainieren (Finetuning) auf dem neuesten Stand.
  • Belegbarkeit: RAG ermöglicht Zitate und Quellenangaben, was die Nachvollziehbarkeit sichert.

3. Die menschliche Verantwortung: Letzte Instanz

KI automatisiert Prozesse, entbindet den Menschen jedoch nicht von der Verantwortung. Der Fachanwender agiert als Kurator und Prüfinstanz. Er verifiziert die KI-Ausgabe auf Basis seiner Erfahrung und ethischer Standards. Der Mensch prüft nicht nur das Ergebnis, sondern steuert die Qualität der Primärdaten (Garbage In, Garbage Out). Merke: Weltwissen der KI ohne Fachwissen-Symbiose bildet im unternehmerischen Kontext ein massives Haftungsrisiko.

MerkmalWeltwissen (LLM)Fachwissen (RAG)Menschliche Verantwortung
FunktionSprachliche Struktur & LogikSpezifische Fakten & DatenVerifikation & Entscheidung
QuelleÖffentliche TrainingsdatenInterne UnternehmensdatenErfahrung & Ethik
VorteilHohe FlexibilitätMaximale GenauigkeitKontextuelles Urteilsvermögen
RisikoHalluzinationenUnvollständige DatenbasisSubjektive Fehlurteile

Fazit: Belastbarkeit durch Struktur

Wahre Effizienz entsteht nicht durch den blinden Einsatz von KI, sondern durch die gezielte Trennung von Sprachverarbeitung und Informationsbereitstellung. Unternehmen, die ihre internen Datenquellen (RAG) sauber von der Sprachlogik (LLM) trennen, sichern sich einen Wettbewerbsvorteil und minimieren operative Risiken. RAG erhöht die Faktentreue massiv, garantiert jedoch keine fehlerfreie Logik oder ethische Angemessenheit im spezifischen Kontext. Nur der menschliche Fachanwender kann die KI-Ausgabe gegen implizites Erfahrungswissen und aktuelle strategische Ziele validieren, um die operative Sicherheit zu gewährleisten.


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Meine Qualifikation

Kernkompetenzen

  • Datenschutz-Compliance, IT- und Internet-Compliance, externer Datenschutzbeauftragter, externer Datenschutzkoordinator, generative KI in Unternehmen, KI-Compliance und DSGVO, Social-Media-Governance, KI-gestützte Internetstrategien, digitale Sicherheitskonzepte, agentenbasierte KI-Workflows, Blockchain- und IoT-Diskurse, Digitalisierungsstrategien im Mittelstand
Achim Weidner: Mit Daten sprechen – Wie Unternehmen ihre Datenschätze mit generativer KI erschließen
Achim Weidner: Mit Daten sprechen – Wie Unternehmen ihre Datenschätze mit generativer KI erschließen

Kurzbeschreibung

  • Achim Weidner unterstützt Unternehmen und Institutionen im Raum Frankfurt RheinMain und bundesweit bei Datenschutz, Datensicherheit, sozialer Mediennutzung und generativer KI.
  • Im Mittelpunkt stehen praxisorientierte Analysen, Strategien und Schulungsformate zu digitalen Technologien und deren rechtlichen und organisatorischen Folgen.

Professional Service

  • Entwicklung und Umsetzung von Datenschutz- und IT-Compliance-Strukturen, inklusive Mandaten als externer Datenschutzkoordinator und externer Datenschutzbeauftragter.
  • Übersetzung komplexer KI-, Daten- und Plattformtechnologien in handhabbare Leitlinien, Entscheidungsunterlagen, Schulungen und FAQ-Formate für Geschäftsführung, Fachbereiche und Mitarbeitende.
  • Begleitung beim Einsatz generativer KI, beim Aufbau KI-gestützter Internet- und Social-Media-Strategien sowie bei der Bewertung von Risiken, Chancen und regulatorischen Anforderungen.

Person

Er gilt als kompetenter Übersetzer zwischen Technik, Recht und Management, tritt als Referent zu KI, Digitalisierung und Geopolitik auf und nutzt ein breites Weiterbildungsportfolio (u. a. openHPI) für aktuelle, anwendungsnahe Perspektiven.

Achim Weidner verbindet mehr als 25 Jahre operative Erfahrung in digitalen Projekten mit einer zertifizierten Qualifikation in „Rechtliche Aspekte der IT- und Internet-Compliance“ der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, ergänzt durch Abschlüsse als Social Media Manager (IHK) und KI-Manager.

Horizonterweiterung bei openHPI

Chatbots leicht gemacht: Große Sprachmodelle einfach nutzen +++ Lehrkräfteprofessionalisierung für KI in Schule und Unterricht +++ Sustainability in the digital age: Environmental Impacts of AI Systems +++ KI-Biases verstehen und vermeiden +++ Profitable AI +++ Einführung in das Quantencomputing – Teil 1 +++ Digitale Medizin – Was ist ethisch verantwortbar? +++ Digitale Privatsphäre: Wie schütze ich meine persönlichen Daten im Netz? +++ Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen in der Praxis +++ Blick hinter den Hype: Aktuelle Entwicklungen rund um KI, Blockchain und IoT +++ ChatGPT: Was bedeutet generative KI für unsere Gesellschaft? +++ KI und Datenqualität – Perspektiven aus Data Science, Ethik, Normung und Recht +++ Blockchain: Hype oder Innovation? +++ Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen für Einsteiger +++ Blockchain – Sicherheit auch ohne Trust Center

Referententätigkeit

Achim Weidner war als Referent an der Volkshochschule Rüsselsheim und VHS Frankfurt am Main und für die Konrad Adanauer Stiftung tätig, wobei seine Schwerpunkte auf gesellschaftlichen und technologischen Fragestellungen lagen. Zu seinen Vortragsthemen zählten unter anderem: Künstliche Intelligenz (KI), Roboter, Atomforschung, Teilchenbeschleuniger, Digitalisierung, Silicon Valley, Neue Seidenstraße.

Aktuelle Vorträge und Veranstaltungen