Die „Fabrik in der Tasche“: Was uns KI über das Menschsein lehrt

Am 12.01.2026 fand auf Einladung der Attac-Regionalgruppe Rüsselsheim und Umgebung ein Onlinetreffen zum Thema ‚Ist eine intelligente Nutzung künstlicher Intelligenz im Bildungswesen möglich?‘ statt. Ein zentraler Diskussionspunkt war die Frage, ob KI tatsächlich über ‚Wissen‘ verfügt. Basierend auf meinen Notizen aus der Debatte ist im Zusammenspiel mit Google Gemini und unter Verweis auf weitere Artikel dieser Homepage der folgende Text kollaborativ entstanden.

Workbook / Arbeitsanleitung
Workbook / Arbeitsanleitung

Die „Fabrik in der Tasche“: Was uns KI über das Menschsein lehrt

KI ist längst kein reines Wirtschaftsthema mehr. Wir erleben gerade einen fundamentalen Wandel: Die KI wird zur strategischen Ressource, die unsere menschliche Primärerfahrung durch synthetische Repräsentationen ersetzt. Was bedeutet das konkret?

Vom Schreibtisch zur Fabrik:

Früher war ein Text das Ergebnis eines individuellen Ringens am Schreibtisch. Heute hat jeder eine „Fabrik in der Tasche“. Wir produzieren seriell individuelle Produkte – Texte, Bilder, Audio – auf Knopfdruck. Aus Schöpfern werden wir zu Managern eines globalen Daten-Bestands. Diese Fabrik liefert nicht nur auf Abruf; sie beginnt, als autonomer Agent eigene Prozessketten zu knüpfen. Wir managen nicht mehr nur Ergebnisse, sondern delegieren Handlungen.

Die Macht der Rekombination:

Generative KI schöpft nicht aus dem Nichts. Sie rekombiniert das vorhandene Weltwissen in rasender Geschwindigkeit zu neuen Zusammenhängen. Das ist faszinierend, aber es ist eine „Originalität ohne Ursprung“. Die KI „sieht“ keine neue Welt; sie berechnet sie nur aus dem, was wir bereits gedacht haben.

Das „Ge-stell“ (Heidegger lässt grüßen):

Der Philosoph Martin Heidegger warnte vor der Technik als „Ge-stell“ – einem System, das die Welt nur noch als „Bestand“ (Ressource) betrachtet. In der KI-Welt wird Sprache zum Materiallager, Wissen zum Verbrauchsartikel und der Mensch zum bloßen „Prompter“.

Die ‚Fabrik in der Tasche‘ ist kein passives Werkzeug mehr, das auf Befehle wartet. Wir erleben den Übergang zur Agentic AI. Während das klassische Werkzeug nur unsere Hand verlängerte, vervielfältigt der KI-Agent unseren Willen: Er plant, entscheidet und exekutiert autonom in digitalen Räumen. Die Fabrik arbeitet nicht mehr für uns, sie handelt als unsere Erweiterung.

Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch

Heidegger zitierte oft Hölderlin, um uns Hoffnung zu machen. Das „Rettende“ an der KI ist paradox: Je perfekter die Maschine Sinn simuliert, desto klarer erkennen wir, was sie nicht kann:

  • Sorge: Die KI kümmert sich nicht um die Welt; sie rechnet nur.
  • Endlichkeit: Ein menschlicher Text ist wertvoll, weil er Lebenszeit gekostet hat. Die KI hat unendlich Zeit.
  • Echte Neuheit: Während die KI rekombiniert, kann nur der Mensch durch radikale Neuheit und Intuition die Welt wirklich verändern.

Doch menschliche Intuition ist mehr als Mustersuche; sie ist phänomenales Erleben. Wo die KI die ‚logischste‘ Fortsetzung berechnet, erlaubt uns die Intuition den radikalen Bruch, das Unvorhersehbare, den schöpferischen Irrtum. Die KI korreliert, der Mensch fühlt.

Die KI kann ein Problem lösen, aber sie kann sich nicht um die Lösung sorgen. Verantwortung braucht ein Gegenüber, das für Konsequenzen einsteht – das kann nur der Mensch.

Fazit:

Die KI-Fabrik nimmt uns das „Sammeln von Wissen“ ab. Das zwingt uns zur Besinnung: Was ist das eigentlich Menschliche, das sich nicht statistisch erfassen lässt? Vielleicht ist die KI genau der Spiegel, den wir brauchen, um unsere eigene Tiefe wiederzuentdecken.

Wenn die Produktion demokratisiert ist, verschiebt sich der Wert der Arbeit radikal: weg von der Fertigkeit des ‚Wie‘, hin zur Urteilskraft des ‚Warum‘. In einer Welt der automatisierten Perfektion wird die Verantwortungsfähigkeit zur neuen Elite-Kompetenz. Die KI mag die Fabrik betreiben, aber nur der Mensch kann für das Ergebnis bürgen – moralisch, rechtlich und existentiell

Was denkt ihr?

Macht uns die „Fabrik in der Tasche“ freier für das Wesentliche, oder verlieren wir den Bezug zur echten Erfahrung?

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Meine Qualifikation

Kernkompetenzen

  • Datenschutz-Compliance, IT- und Internet-Compliance, externer Datenschutzbeauftragter, externer Datenschutzkoordinator, generative KI in Unternehmen, KI-Compliance und DSGVO, Social-Media-Governance, KI-gestützte Internetstrategien, digitale Sicherheitskonzepte, agentenbasierte KI-Workflows, Blockchain- und IoT-Diskurse, Digitalisierungsstrategien im Mittelstand
Achim Weidner: Mit Daten sprechen – Wie Unternehmen ihre Datenschätze mit generativer KI erschließen
Achim Weidner: Mit Daten sprechen – Wie Unternehmen ihre Datenschätze mit generativer KI erschließen

Kurzbeschreibung

  • Achim Weidner unterstützt Unternehmen und Institutionen im Raum Frankfurt RheinMain und bundesweit bei Datenschutz, Datensicherheit, sozialer Mediennutzung und generativer KI.
  • Im Mittelpunkt stehen praxisorientierte Analysen, Strategien und Schulungsformate zu digitalen Technologien und deren rechtlichen und organisatorischen Folgen.

Professional Service

  • Entwicklung und Umsetzung von Datenschutz- und IT-Compliance-Strukturen, inklusive Mandaten als externer Datenschutzkoordinator und externer Datenschutzbeauftragter.
  • Übersetzung komplexer KI-, Daten- und Plattformtechnologien in handhabbare Leitlinien, Entscheidungsunterlagen, Schulungen und FAQ-Formate für Geschäftsführung, Fachbereiche und Mitarbeitende.
  • Begleitung beim Einsatz generativer KI, beim Aufbau KI-gestützter Internet- und Social-Media-Strategien sowie bei der Bewertung von Risiken, Chancen und regulatorischen Anforderungen.

Person

Er gilt als kompetenter Übersetzer zwischen Technik, Recht und Management, tritt als Referent zu KI, Digitalisierung und Geopolitik auf und nutzt ein breites Weiterbildungsportfolio (u. a. openHPI) für aktuelle, anwendungsnahe Perspektiven.

Achim Weidner verbindet mehr als 25 Jahre operative Erfahrung in digitalen Projekten mit einer zertifizierten Qualifikation in „Rechtliche Aspekte der IT- und Internet-Compliance“ der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, ergänzt durch Abschlüsse als Social Media Manager (IHK) und KI-Manager.

Horizonterweiterung bei openHPI

Chatbots leicht gemacht: Große Sprachmodelle einfach nutzen +++ Lehrkräfteprofessionalisierung für KI in Schule und Unterricht +++ Sustainability in the digital age: Environmental Impacts of AI Systems +++ KI-Biases verstehen und vermeiden +++ Profitable AI +++ Einführung in das Quantencomputing – Teil 1 +++ Digitale Medizin – Was ist ethisch verantwortbar? +++ Digitale Privatsphäre: Wie schütze ich meine persönlichen Daten im Netz? +++ Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen in der Praxis +++ Blick hinter den Hype: Aktuelle Entwicklungen rund um KI, Blockchain und IoT +++ ChatGPT: Was bedeutet generative KI für unsere Gesellschaft? +++ KI und Datenqualität – Perspektiven aus Data Science, Ethik, Normung und Recht +++ Blockchain: Hype oder Innovation? +++ Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen für Einsteiger +++ Blockchain – Sicherheit auch ohne Trust Center

Referententätigkeit

Achim Weidner war als Referent an der Volkshochschule Rüsselsheim und VHS Frankfurt am Main und für die Konrad Adanauer Stiftung tätig, wobei seine Schwerpunkte auf gesellschaftlichen und technologischen Fragestellungen lagen. Zu seinen Vortragsthemen zählten unter anderem: Künstliche Intelligenz (KI), Roboter, Atomforschung, Teilchenbeschleuniger, Digitalisierung, Silicon Valley, Neue Seidenstraße.