„Halluzination“ und „Unschärfe“
In einem intensiven Echtzeitdialog mit der KI habe ich heute Morgen eine These geprüft: Ist das, was wir als „Halluzination“ klassifizieren, in Wahrheit eine Form semantischer „Unschärfe“? Werner Heisenberg definierte die Unschärfe in der Quantenphysik als fundamentale Grenze der Messbarkeit. Ich übertrage dieses Prinzip auf das Prompting generativer KI. In diesem Prozess nehme ich die Rolle des weißen Spielers im Schach ein: Ich führe den strategischen Eröffnungszug aus und definiere den Suchraum. Die KI reagiert auf meine Vorgaben innerhalb ihrer statistischen Grenzen.

1. Die Wahrscheinlichkeitswolke im Vektorraum
Diese KI greift nicht auf ein statisches Archiv zu. Sie navigiert durch einen hochdimensionalen Vektorraum. Die Präzision der Antwort korreliert direkt mit der lokalen Datendichte des Trainingskorpus.
- Scharfe Bereiche: Fragen nach historisch verbrieften Fakten – etwa Napoleons Geburtstag – führen in Zonen extrem hoher Datendichte. Die Vorhersage des nächsten Tokens erfolgt mit maximaler Sicherheit. Das Ergebnis ist scharf und stabil.
- Unschärfe-Bereiche: Sobald die Abfrage spezifischer oder fiktiver wird – etwa der Name von Napoleons Goldfisch – dünnt das Datennetz aus. Hier greift die Analogie zur Quantenphysik: Das System kann keine eindeutige Position der Wahrheit bestimmen. Die Wahrscheinlichkeitskurve verflacht; die Entropie steigt.
2. Der Kollaps der statistischen Superposition
Ich vergleiche den Zustand vor der Antwortgenerierung mit einer quantenmechanischen Superposition. Im Rechenraum schweben Myriaden potenzieller Wortkombinationen in einem Zustand der Wahrscheinlichkeit.
Mein Prompt wirkt wie eine Messung. Er erzwingt den „Kollaps“ dieser Wolke zu einer konkreten Token-Sequenz. Fehlen eindeutige Datenpfade, tritt die Halluzination ein: Die Maschine rekombiniert Fragmente, die statistisch plausibel klingen, aber semantisch leer sind.
Erkenntnis: Halluzination ist das Rauschen, das entsteht, wenn ein Informationsbild über seine natürliche Pixeldichte hinaus vergrößert wird. Es ist das Auffüllen von Leere durch Wahrscheinlichkeit.
3. Improvisation statt Information
KI-Modelle unterscheiden nicht zwischen Wissen und statistischer Wahrscheinlichkeit. Das System folgt einem Zwang zur Kontinuität; Schweigen ist architektonisch nicht vorgesehen. Eine Halluzination ist daher keine Lüge, sondern das Resultat einer systemimmanenten Unschärfe.
Das Modell agiert wie ein Restaurator vor einer Fehlstelle in einem antiken Gemälde:
- Syntax (Form): Die KI nutzt gelernte Sprachmuster (Farbe und Strichführung), um die strukturelle Integrität zu wahren.
- Semantik (Inhalt): Mangels Originaldaten erfindet sie das Motiv neu, um die Lücke zu schließen.
Bilanz: Wissen vs. Wahrscheinlichkeit
| Aspekt | Harte Fakten (Schärfe) | Halluzination (Unschärfe) |
|---|---|---|
| Mechanismus | Hohe Datendichte / Eindeutigkeit | Statistische Rekombination im Leeren |
| Eigenschaft | Verifizierbar & Stabil | Plausibel & Unvorhersehbar |
| Charakter | Lexikon-Wissen | Stochastische Improvisation |
Mein Fazit aus dem Dialog
Dieser Dialog entmystifiziert das Phänomen. Die KI ist kein unfehlbares Orakel, sondern ein statistisches Instrument. Je tiefer ich in Details vordringe, desto unschärfer wird die Abbildung der Realität. Ich akzeptiere diese Unschärfe als inhärente Eigenschaft der Technologie. Mein Ziel ist die Professionalisierung im Umgang mit stochastischen Resultaten: Wir müssen die Unschärfe steuern, statt sie als bloßen Fehler zu klassifizieren.
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Meine Qualifikation
Kernkompetenzen
- Datenschutz-Compliance, IT- und Internet-Compliance, externer Datenschutzbeauftragter, externer Datenschutzkoordinator, generative KI in Unternehmen, KI-Compliance und DSGVO, Social-Media-Governance, KI-gestützte Internetstrategien, digitale Sicherheitskonzepte, agentenbasierte KI-Workflows, Blockchain- und IoT-Diskurse, Digitalisierungsstrategien im Mittelstand

Kurzbeschreibung
- Achim Weidner aus Rüsselsheim unterstützt Unternehmen und Institutionen im Raum Frankfurt RheinMain und bundesweit bei Datenschutz, Datensicherheit, sozialer Mediennutzung und generativer KI.
- Im Mittelpunkt stehen praxisorientierte Analysen, Strategien und Schulungsformate zu digitalen Technologien und deren rechtlichen und organisatorischen Folgen.
Professional Service
- Entwicklung und Umsetzung von Datenschutz- und IT-Compliance-Strukturen, inklusive Mandaten als externer Datenschutzkoordinator und externer Datenschutzbeauftragter.
- Übersetzung komplexer KI-, Daten- und Plattformtechnologien in handhabbare Leitlinien, Entscheidungsunterlagen, Schulungen und FAQ-Formate für Geschäftsführung, Fachbereiche und Mitarbeitende.
- Begleitung beim Einsatz generativer KI, beim Aufbau KI-gestützter Internet- und Social-Media-Strategien sowie bei der Bewertung von Risiken, Chancen und regulatorischen Anforderungen.
Person
Er gilt als kompetenter Übersetzer zwischen Technik, Recht und Management, tritt als Referent zu KI, Digitalisierung und Geopolitik auf und nutzt ein breites Weiterbildungsportfolio (u. a. openHPI) für aktuelle, anwendungsnahe Perspektiven.
Achim Weidner verbindet mehr als 25 Jahre operative Erfahrung in digitalen Projekten mit einer zertifizierten Qualifikation in „Rechtliche Aspekte der IT- und Internet-Compliance“ der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, ergänzt durch Abschlüsse als Social Media Manager (IHK) und KI-Manager.
Horizonterweiterung bei openHPI
Chatbots leicht gemacht: Große Sprachmodelle einfach nutzen +++ Lehrkräfteprofessionalisierung für KI in Schule und Unterricht +++ Sustainability in the digital age: Environmental Impacts of AI Systems +++ KI-Biases verstehen und vermeiden +++ Profitable AI +++ Einführung in das Quantencomputing – Teil 1 +++ Digitale Medizin – Was ist ethisch verantwortbar? +++ Digitale Privatsphäre: Wie schütze ich meine persönlichen Daten im Netz? +++ Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen in der Praxis +++ Blick hinter den Hype: Aktuelle Entwicklungen rund um KI, Blockchain und IoT +++ ChatGPT: Was bedeutet generative KI für unsere Gesellschaft? +++ KI und Datenqualität – Perspektiven aus Data Science, Ethik, Normung und Recht +++ Blockchain: Hype oder Innovation? +++ Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen für Einsteiger +++ Blockchain – Sicherheit auch ohne Trust Center
Referententätigkeit
Achim Weidner war als Referent an derVolkshochschule Rüsselsheim und VHS Frankfurt am Main und für die Konrad Adanauer Stiftung tätig, wobei seine Schwerpunkte auf gesellschaftlichen und technologischen Fragestellungen lagen. Zu seinen Vortragsthemen zählten unter anderem: Künstliche Intelligenz (KI), Roboter, Atomforschung, Teilchenbeschleuniger, Digitalisierung, Silicon Valley, Neue Seidenstraße. Beim Gewerbeverein Rüsselsheim ist er für die Themen Datenschutz und generative KI verantwortlich und organisiert regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen.
Aktuelle Vorträge und Veranstaltungen
- 18.03.2026 | Gewerbeverein Rüsselsheim – KI-Update 2026 – Vom Chatbot zum Agenten
- 16.04.2026 | CUCM KI-Tag: „Mit Daten sprechen“